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Für die Kinder: Empathie, Verantwortung und Handeln

Für die Kinder: Ein Aufruf zu Empathie, Verantwortung und Handeln

Letzte Woche nahm ich an der Demonstration #JusticeForSurvivors vor dem Bundeskanzleramt in Berlin teil. Diese Initiative wurde von Frauen in Deutschland gegründet, die selbst sexuellen Missbrauch erlebt haben. Sie gaben den Mutigen eine Stimme, die sonst oft im Schatten bleiben - jede*r mit der eigenen Geschichte. Die Demonstration war gleichzeitig ein Gedenken an die Opfer des Epstein-Falls und an alle Kinder, die weltweit Missbrauch erfahren haben und immer noch erleiden müssen.


Jutta Poppe, 17.02.2026
- Glaubt Kindern-

Die Stimmung war tief berührend. Tränen flossen, Erinnerungen wurden wach - ein Weckruf, den wir nicht ignorieren dürfen.
Nach der Demo saß ich mit einer Freundin im Café und wir sprachen über die Demostration, was wir vor Ort erlebt haben. Wir wurden klar: Die Menschheit muss echte, fühlbare Empathie entwickeln. Nur so erkennen wir den Wert eines jeden Kindes - nur so kann Veränderung geschehen.

Doch schon Stunden später zeigte sich die Gefahr der Medien: Schlagzeilen über den Musiker Xavier Naidoo dominierten die Berichterstattung. Seine Personlichkeit stand im Vordergrund, während die Kinder, für die die Demo eigentlich stattfand - die Opfer des Epstein-Falls und anderer Missbrauchsfälle - erneut in den Schatten gerieten. Die wahre Botschaft der Demonstration wurde verzerrt und abgelenkt.

Das, was wir ignorieren, 
bekommt die Macht zu wachsen.

Wenn wir das Leid der Kinder ignorieren, gewinnt die Dunkelheit Macht. Genau das passiert, wenn Medien Sensationen über Wahrheit stellen. Die Sichtbarkeit der Kinder schwindet - und mit ihr die Chance auf echte Veränderung.

Medien sind oft keine Kraft für Gerechtigkeit. Sie hetzen das Gute gegen das Gute, lenken ab, verzerren. Influencer*innen sammeln Likes, Kommentare, Follower*innen - während Kinder im Dunkeln bleiben, gefangen in Angst, Schmerz und Überleben.

Wir dürfen nicht wegsehen. Wir müssen Hüter und Hüterinnen der Kinder werden. Wir müssen unsere Hände ausstrecken, ihnen Licht, Schutz und Sicherheit schenken. Erst dann kann Heilung beginnen. Dann kann Kind wirklich Kind sein. 

Politiker*innen tragen Verantwortung. Sie müssen Kindesmissbrauch ernst nehmen, Prävention stärken, Gesetze verbessern - sichtbar, konsequent, unmissverständlich. Worte reichen nicht mehr.

Wir alle tragen Verantwortung. Es reicht nicht, zu sehen - wir müssen handeln. Jede Aufmerksamkeit, jede Stimme, jede Handlung kann Licht in die Dunkelheit bringen. Die Kinder dürfen nicht länger unsichtbar bleiben. Ihre Geschichten verdienen Gehör, ihr Leid verlangt Handeln.

Mögen unsere Empathie die Hände werden, die Worte und Taten Licht bringen, wo Kinder im Dunkeln stehen.

Herzlich,
Jutta Poppe



P.S.: Wir brauchen Erwachsene, die sich regelmäßig vor dem Bundeskanzleramt positionieren - sichtbar, konsequent, als Mahnung. Jeder Staat trägt Verantwortung. Erwachsene müssen vorbildliche Hüter und Hütterinnen werden. 

Und die Medien müssen lernen, den wahren Kern zu erkennen, statt das unwürdige System zu unterstützen. Sonst agieren sie abschreckend und verhindern, dass Hilfe ankommt - zum weiteren Schaden der Kinder.

Hinweis
Im Mai 2026 gestaltet die Aktion #jedesKINDistGOLD auf der Hobrechtbrücke in Berlin-Kreuzberg einen goldenen Regenbogenstuhl - als Gedenken an alle Kinder, die sexuellen Missbrauch erlebt haben und noch immer erleben.

Weitere Informationen finden sich auf Instagram: @goldener_regenbogenstuhl.



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